Die kaeltezone ist jetzt 22 und vor etwa einem Jahr von Hamburg nach Salzburg gezogen, wo sie es eigentlich ganz prima findet. Die Berge sind wirklich okay, auch wenn sie das Meer vermisst – und den Wind. Darum geht sie den auch immer besuchen, wenn sie in die alte Heimatstadt reist. Sie ist furchtbar gern unterwegs, daher ist sie mittlerweile auch Profi im Kofferpacken und kann schlechten Flugzeugkaffee meilenweit riechen. Mittlerweile ist sie jedoch eher in irgendwelchen Zügen, als an den einschlägigen Fluhäfen anzutreffen, denn Fliegen findet sie immernoch gruselig und mag sich nicht daran gewöhnen. Flughäfen allerdings sind super, mal abgesehen vom ‚City Airport’ Göteborg, wo partout kein vernünftiger Kaffee aufzutreiben ist. Das kann sie schwer verzeihen.
Überhaupt, Kaffee: Die kaeltezone lebt nicht gesund, sie mag Kaffee und Zigaretten, Scotch Whisky und Bier, wird ganz sicher kein Superstar werden, von welchem Land auch immer, träumt nicht von einer Karriere als Modell und wird auch nicht ‚Dancestar’. Reality TV findet sie doof und die ‚Instyle’ Dummkram und wenn sie jemals anfangen sollte ‚Bauch, Beine, Po’ zu machen, bittet sie darum, geschlagen zu werden. Richtiger Sport hingegen ist etwas Schönes, die kaeltezone ist in ihrer neuen Heimat unter die Jogger gegangen und macht auch sonst verschiedenen sportlichen Unfug mit, jammert dann über Muskelkater, aber eigentlich immer gut gelaunt, nach dem Motto ‚Wenn es nicht mehr weh tut, ist man tot’.
Seit sie im Alter von 14 ausgezogen ist, lebt die kaeltezone quasi selbstversorgend und könnte auch in der tiefsten Wildnis allein überleben, solange es Strom und fließend warmes Wasser gibt. Ach ja, und einen Supermarkt. Vorzugsweise einen dänischen, in dem man rote Grütze, Leberpastete und Joghurt in Milchtüten kaufen kann. Seit sie zwei Jahre an der dänischen Grenze gelebt hat, ist sie süchtig danach. Dänisch kann sie aber trotz dänischer Verwandtschaft nicht.
Sie kann außerdem keine zwei Dinge gleichzeitig machen, dann verliert sie schnell mal den Überblick und es bricht das totale Chaos aus. Man sollte ihr möglichst keine scharfen Dinge in die Hand geben, es sei denn, man sehnt sich danach, mal zu sehen, wie Körperteile wieder angenäht werden. Wirklich prima ist sie hingegen im Schlafen. Das tut sie am liebsten in alten T-Shirts und mit einem eigenen Kopfkissen. Alles andere ist verhandelbar. Ihr schlechter Musikgeschmack ist bewundernswert, französischen HipHop, deutschen Rock und klassische Sinfonien in einer Playlist zu haben ist in ihren Augen nämlich gar kein Widerspruch.
Sie war mal Schwimmtrainerin, Nachhilfelehrerin, Kinderanimateurin, Eisverkäuferin und Mc-Donalds-Sklave. Jetzt arbeitet sie daran, ein Kapitalistenmonster zu werden. Oder Künstler. Oder sie fängt an, Literaturwissenschaft zu studieren. Vielleicht aber auch Chinesisch. Richtig, alles ein bißchen durcheinander, aber das ist bei der kaeltezone nichts Ungewöhnliches. ‚Durcheinander’ trifft meistens auch auf ihren Kleiderschrank, den Schreibtisch und ihre Haare zu.
Sie mag Häagen-Dasz, Sommerregen, in Pfützen herumhüpfen, Integrität, den Ausdruck ‚sich einen Keks freuen’, die Musik von Dire Straits und morgens die Zeitung lesen, ihre Bücher. Peter Høeg, Susanna Tamaro, Neil Gaimann, Edna St Vincent Millay, Erich Kästner, Theodor Storm, Sergej Lukianenko, Wolfgang Borchert und so viele mehr.
Gar nicht mag sie Smalltalk, Angefasst werden, Indiz-kreationen, Fische, Kramperl (!), die deutsche Post, flüchtige Emails und Nudelsuppe. Letzteres ganz besonders.

“Kramperl”…ich glaub dieses Wort auf deiner Website wird wohl den ganzen Tag ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern!